Wie erkenne ich Kanalhaie und wie kann ich mich vor ihnen schützen?

Gestern klingelte ein freundlicher Herr an unserer Haustür. Er sagte, er wolle über das neue Gesetz aufklären. Jeder Lünener Hausbesitzer müsse seine Entwässerungsanlagen prüfen lassen – das wusste ich bereits. Der Herr sagte, eine Erstuntersuchung bei seiner Firma koste unter 50 Euro, dann sei ich alle Sorgen los. Das erschien mir natürlich sehr günstig, aber meine Frau riet zur Vorsicht. Ihr erschien es zu günstig. War das einer dieser „Kanalhaie“? Der Mann wirkte seriös und gut informiert, und 50 Euro sind doch ein gutes Angebot, oder?

Unser Rat: Lassen Sie sich generell nicht auf Haustürgeschäfte ein. Mit der neuen Gesetzeslage, nach der jeder Grundstückseigentümer bis zum 01.01.2015 eine Dichtheitsprüfung durchführen lassen muss, wittern unseriöse Firmen das große Geschäft und verursachen Hausbesitzern dabei im Durchschnitt Schäden von rund 5000 Euro pro Grundstück. In Einzelfällen beträgt der von den Haien geforderte Preis für letzten Endes unnötige Sanierungsarbeiten an den entsprechenden Grundstücken auch mehr als das Dreifache.

Gerade ältere Grundstücksbesitzer stehen ganz oben auf der Liste der Kanalhaie. Oft geschieht die erste Kontaktaufnahme per Telefon, aber manche schicken auch geschulte Vertriebsleute zu den Hausbesitzern – direkt und ungefragt. Der Köder: äußerst günstige Preise für eine Erstuntersuchung. Doch das böse Erwachen folgt schon bald: Wer unterschreibt, hält nicht selten kurz darauf ein Sanierungsangebot über mehrere Zehntausend Euro in Händen. Die Stornierungsfrist? Ist im schlimmsten Fall bereits abgelaufen.

Auch die in eine reine Kamerabefahrung investierten Kosten waren nicht selten umsonst. Denn das Dichtheitszertifikat stellen wir vom SAL im Auftrag des Gesetzgebers aus. Und dieser nennt klare Vorgaben, wie eine Dichtheitsprüfung vom Fachmann durchgeführt werden muss, um von uns anerkannt zu werden. Auf den Kamerabildern unseriöser Dienstleister erkennen Sachkundige oft wenig bis nichts. Die Aufnahmen sind wertlos, die Befahrung muss wiederholt werden, und der Grundstückseigentümer ist der Leidtragende, denn er hat den Vertrag mit dem unseriösen Dienstleister ja schließlich unterschrieben und muss ihn daher auch bezahlen – ganz gleich, ob das Ergebnis ihm nutzt oder nicht.

Erst informieren, dann unterschreiben – mit diesem Leitsatz sind Sie immer auf der sicheren Seite. Denn wer gut informiert ist, ist nicht nur gegen Haustürgeschäfte sogenannter Kanalhaie gefeit, er kann auch bei eingeholten Angeboten für Kamerabefahrung oder Sanierungsvorhaben die Spreu vom Weizen trennen. Kommen Sie mit den Ihnen unterbreiteten Angeboten zu uns. Wir vom SAL als städtischer Ansprechpartner ohne finanzielles Eigeninteresse kennen die schwarzen Schafe – und helfen Ihnen, den besten und kostengünstigsten Weg zur Sanierung und Sicherung Ihrer Anlagen zu finden.

Auch wenn Sie bereits unterschrieben haben: Wenden Sie sich an uns und erzählen Sie uns von Ihren Erfahrungen. Einige Lünener Bürger, die bereits bei unseriösen Dienstleistern unterschrieben hatten und sich früh an uns oder die Presse wandten, konnten den Kanalhaien letztendlich doch noch von der Schippe springen. Beispielsweise machte eine 55-jährige Hausbesitzerin aus dem Geistviertel schlechte Erfahrungen mit den Kanalhaien, kam aber durch frühe Stornierung des Auftrages mit einem Schrecken davon. Der wdr hat sich den Kanalhaien in einem Fernsehbericht der wdr-Lokalzeit angenommen. Und dass die Erlebnisse der Lünener Bürgerin kein Einzelfall sind, zeigt ein weiterer Beitrag des wdr zu Kanalhaien in Lünen und Umgebung aus dem Jahr 2007.

Lassen Sie sich nicht überrumpeln. Unterschreiben Sie nichts, ohne das Angebot gründlich zu prüfen. Wenn Sie unsicher sind, ob das Ihnen unterbreitete Angebot seriös ist oder Ihren Bedürfnissen gerecht wird: Lassen Sie sich von uns beraten. So sind Sie in jedem Fall auf der sicheren Seite.

  • Kanalhaie - auch in Lünens Straßen auf Beutefang. Kanalhaie - auch in Lünens Straßen auf Beutefang.